Das
Gründungskapitel des Ordens fand im Mai 1244 unter dem Vorsitz
des Kardinals Richard Annibaldi und unter Teilnahme zweier
Zisterzienser statt. Auf den ersten Blick mag es so aussehen,
als wäre die Initiative von Innocenc IV. ausgegangen, aber tatsächlich
verhielt es sich anders.Die
Eremiten, bzw. die Mehrheit unter
ihnen erbaten vom Papst (in der Bulle Cum vos vom
26.3.1244) die Ordensregel des hl. Augustinus (Bulle Cum a
nobis vom 28.3.1244, Pia desideria vom 31.3.1244 und
auch in Cum a nobis vom 15.2.1254) zur Ordensgründung.
Mit der Bulle Licet ecclesiae nahm Papst Alexander IV. im
Jahre 1256 die juristische Ordensgründung vor.
Die
Ausrichtung des Ordens wurde vom Papst in verschiedenen
Dokumenten festgelegt. Schon im März 1244 wurde klar auf den
apostolischen Charakter hingewiesen. Der kontemplative
Lebensstil der Ordensmitglieder sollte als sein bezeichnender
Zug erhalten bleiben. Das Suchen nach Gott „in gewisser
Einsamkeit“, wie es aus dem früheren Lebensstil der Eremiten
hervorgeht, sollte nach der Ordensgründung in der brüderlichen
Gemeinschaft fortgesetzt werden.
Der
Augustinerorden ist schon seit dem 13. Jahrhundert exempt, das
heißt, dem bischöflichen Wirkungsbereich enthoben.
Der Zweck des Ordens ist keine bestimmte Tätigkeit, auch
nicht das Apostolat als Solches. Dies geht eher aus dem
Bestreben hervor, das, was die Ordensmitglieder in ihrer
Verbindung mit Gott und den Brüdern in der Gemeinschaft
erhalten und zwar je nach ihrer Begabung, aber immer in Übereinstimmung
mit den Bedürfnissen der Kirche, auf die anderen zu übertragen
und mit ihnen zu teilen. Das aktive Apostolat stellt einen Teil
des Ordenslebens dar, keinesfalls jedoch sein eigentliches Wesen.
Der
hl. Augustinus stellt an den Beginn seiner Ordensregel, was der
eigentliche Zweck des Ordens ist: „Das erste Ziel eures gemeinschaftlichen Lebens ist, in Eintracht zusammenzuwohnen und „ein Herz und eine Seele“ in Gott zu sein.“
(Ordensregel,
I,3)
Der
Augustinerorden gehört aufgrund seiner Tradition zu den
Bettelorden.
ñ
Aus
der Geschichte
der Altbrünner Basilika Mariä Himmelfahrt
Auf
dem Gelände der Altbrünner Abtei wurden drei Bauphasen des
Sakralgebäudes entdeckt – ein gotisches, ein romanisches
einschiffiges mit einer rechteckigen Apsis und darunter die
Reste einer Rotunde, deren Ursprung im späten 10. bzw. frühen
11. Jahrhundert zu suchen ist.
Das
jüngere, romanische Heiligtum in Rotundenform, wurde als
Kapelle der Jungfrau Maria indentifiziert, das in schriftlichen
Quellen vom Anfang des 12. Jahrhunderts erwähnt wird.
Bis
zur zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts gab es schriftlichen
Quellen zufolge in Alt Brünn drei sakrale Bauten: die Kapelle
der Jungfrau Maria, die Kapelle des hl. Ulrich und die Kapelle
des hl. Wenzel.
Eine
archäologische Untersuchung bestätigte den Grundriß der
gotischen Kirche, die Eliška
Rejèka im Jahr 1323 erhielt und hier ein
Zisterzienserinnenkloster gründete. Im Fundament des gotischen
Baus wurde gleichzeitig Mauerwerk der ursprünglichen
romanischen Kirche entdeckt. Darauf beziehen sich zweifellos die
ersten schriftlichen Nachrichten aus dem Jahr 1210 über die
Existenz der Kirche der hl. Jungfrau Maria.
ñ
Altbrünner
Madonna
– Jungfrau Maria vom hl. Thomas – Palladium der Stadt Brünn
Dieses
Bildnis ist in einen reichgeschmückten, barocken Altar eingefügt,
der vor dem Hauptaltar in der Baslika Mariä Himmelfahrt in Alt
Brünn steht. Hierher wurde er im Jahr 1783 aus der Kapelle der
St. Thomas Kirche gebracht, als die Augustiner, die dieses Bild
seit dem Mittelalter besaßen, in das aufgelöste Kloster der
Zisterzienserinnen in Alt Brünn einzogen.
In
der Huffnagelchronik (Klosterchronik der Augustiner aus dem Jahr
1664) kann man über die Krönung des Bildes im Jahr 1736 lesen.
In der Festschrift, die aus diesem Anlaß erschien, Gemma
Moravia und Conchylium Marianum, wurden die
Ansprachen veröffentlicht, die anläßlich der feierlichen Krönung
gehalten wurden. Dieser Chronik zufolge wurde das Bildnis vom hl.
Lukas gemalt. Aus Konstantinopel, wohin es von der hl. Helena
gebracht wurde, gelangte
es später durch Bischof Eustorgius über Genua nach Mailand.
Nach der Eroberung der Stadt durch Kaiser Friedrich schenkte
dieser das Bild als Dank für die Tapferkeit und Hilfe dem Böhmischen
König Vladislav, der es nach Prag brachte. Das weitere
Schicksal des Bildes ist laut Gemma mit Karl IV.
verbunden, der es im Jahre 1356 seinem Bruder, Markgraf Johann,
schenkte.
Der
erste historische Beleg über das Bild in Brünn stammt aus dem
Jahre 1373. In der Urkunde vom 20. August gewährt der Bischof
von Olmütz, Johannes IX. vierzigtägigen Ablaß für den Altar
mit dem Marienbild in der Kirche zu St. Thomas in Brünn. Es
folgen weitere schriftliche Nachrichten, in denen das Bild erwähnt
wird. Die Existenz des Bildes in Brünn Ende des 14.
Jahrhunderts ist damit historisch belegt.
ñ
Der
Silberne Altar
Die
Brünner Augustiner erhielten im Jahre 1727 die Erlaubnis des
Heiligen Stuhles, die Krönung des verehrten Bildes vorzunehmen.
Noch bevor Prior Zirkl (ein ausgezeichneter Organisator) in Rom
die endgültige Zustimmung für die Krönung erlangte (datiert
vom 10. Mai 1736), schloß er einen Vertrag mit dem Augsburger
Goldschmied Johann Georg Herkommer über die Fertigung eines
Altares ab, in den das Bild eingefügt werden sollte. So
entstand der „Silberne Altar“ und darüber hinaus noch
Altarleuchter, ein Set liturgischer
Gefäße – drei Meßkelche, Kännchen mit Tablett, eine
Monstranz und ein Bischofsstab. Auch Meßgewänder wurden
angeschafft.
ñ
Der
Hauptaltar
der Basilika
Das
monumentale Bild der Himmelfahrt der Jungfrau Maria in der Mitte
des Altares malte Josef Thaddäus Rotter. Andreas Schweigl schuf
zwei Altäre bei den Säulen zwischen dem Hauptschiff und den
Seitenkapellen. Den Hauptaltar überragt eine Skulpturengruppe,
die die hl. Dreifaltigkeit darstellt. Vor dem ursprünglichen
Altar, der aus der Zeit stammt, als Zisterzienserinnen in dem
Kloster lebten, steht der silberen Herkommer Altar mit dem
Bildnis der hl.Maria von St.Thomas.
Den silbernen Altar mit dem verehrten Bild stellten die
Augustiner hier auf, nachdem sie ihr Kloster und die
Thomaskirche im Zuge der Säkularisierung durch Kaiser Joseph
II. verlassen und nach Alt Brünn ziehen mußten.
Der
Silberne Altar
Anfang
der 60er Jahre des 18. Jh. entstanden Altäre im Haupt- und im
großen Querschiff. Die Bilder malte Josef Thaddäus Rotter, die
plastische Ausschmückung stammt von einem unbekannten
Stukkateur.
ñ
Die
Gründerin
des Domes Mariä Himmelfahrt – die königliche Witwe Eliška
Rejèka
Im
Jahr 1297
verwitwete König Wenzel II. ganz plötzlich. Damals wurde ihm
die Hand der vierzehnjährigen polnischen Prinzessin Richenza,
polnisch Ryksa, angeboten. Mit ihrer Hand erwarb er auch den
polnischen Thron. Die Krönung fand im Jahre 1300 in Hnìzdnì
statt. Nach der Krönung
nahm die junge Königin den Namen Eliška an. Die Böhmen änderten
ihren Namen in das populäre REJÈKA
und wahrscheinlich zur
Unterscheidung von Wenzels nur um wenig jüngere Tochter Eliška,
auf ALŽBÌTA REJÈKA.
In Polen glaubte man, dass durch ihre Verheiratung in das
damals märchenhaft reiche Böhmen (zu dieser Zeit lieferte
Kuttenberg (Kutná Hora) dem königlichen Hof wöchentlich fünf
bis sechs Pfund Silber ab) ihre Prinzessin bis zu ihrem Tod
bestens versorgt sein würde. Aber das Schicksal wollte es, dass
sie bereits mit zwanzig Jahren verwitwete. Wenzel II. starb an
Schwindsucht. Sein Nachfolger Wenzel III. wurde ermordet und die
böhmischen Stände ließen sich Rudolf von Habsburg als
Herrscher aufzwingen und zwar unter der Bedingung, dass er sich
mit einer der unverheirateten Prinzessinen vermähle. Es kamen
Eliška und Margarete in Frage, Rudolf nahm sich jedoch die schöne,
zwanzigjährige, königliche Witwe Eliška. Aber schon ein Jahr
darauf war sie zum zweiten Mal Witwe. Fünf
Jahre lebte sie nun in der Stadt Königgrätz, die sie zum
Geschenk erhalten hattte. Hier gründete sie den Heiligen Geist
Dom. In dieser Zeit wurde der mächtigste Mann des Königreiches,
Heinrich von Lipa, ihr Favorit, Freund und Beschützer. Diesen
Schutz hatte sie auch tatsächlich nötig, denn zwischen ihr und
der neuen Königin Eliška Pøemysl
brach eine tiefe Abneigung aus, besonders als Johann von
Luxemburg begann, öfter nach Königgrätz zu reisen, als es die
Ausübung seiner königlichen Macht erfordert hätte. Dennoch
war der eindeutige Favorit Eliška Rejèkas
Heinrich von Lipa, der Landeshauptmann von Mähren wurde. Nach
seiner Ernennung zog sie augenblicklich um.
Königin
Eliška Rejèka gründete in Alt Brünn bei der älteren
Pfarrkirche der Jungfrau Maria ein Zisterzienserinnenkloster,
das Aula
Sanctae Mariae (Saal der heiligen Maria) genannt wurde. Der
erste Zufluchtsort der Ordensschwestern war nur ein Provisorium.
Doch die Großzügigkeit der Gründerin und die Gaben von
Magnaten ermöglichten einen sofortigen Baubeginn und die
Arbeiten schritten rasch fort. Im Jahre 1332 ließ sich die Gründerin
dauerhaft im Kloster nieder. Im Jahr 1335 starb Eliška Rejèka.
Der Chronik zufolge wurde sie beim Altar zum heiligen Kreuz am
Schnittpunkt zwischen Presbyterium und dem Querschiff der
Kirche des Konvents beigesetzt. Ihre letzte Ruhestätte ist mit
einer Kachel mit dem Buchstaben E gekennzeichnet.
Im
18. Jahrhundert wurde die Prälatur errichtet.
Dieser barocke Komplex ist ein Werk Moritz Grimms.
ñ
Der
Anteil der Brünner Augustiner an der Entwicklung von Wissenschaft,
Kultur und Künsten
Der Augustinerorden, der im Jahr
1244 entstand, siedelte sich im Jahr 1346 in Brünn an. Die Gründungsurkunde
ihres Brünner Klosters stellte sechs Jahre später der mährische
Markgraf Johann Heinrich von Luxemburg aus. Die grundlegenden
Tätigkeiten der Brünner Augustiner waren Seelsorge,
schulische und wissenschaftliche Tätigkeiten.
Die
Augustiner Thurn Stiftung
Im
Jahre 1653, als die Augustiner noch im Kloster zum hl. Thomas am
heutigen Mährischen Platz zu Hause waren, entstand durch das
Vermächtnis der Brünner
Adeligen Sibylla Polyxena Franziska von Montani, geb. Comtesse
von Thurn und Walsassina, eine Stiftung zur Unterstützung und Förderung
der Musik. Die Stipendiaten, zunächst sechs an der Zahl, später
elf und mit der Zeit kamen immer mehr Freiwillige und Amateure
dazu, wurden in der Musik und im Spiel unterschiedlicher
Instrumente ausgebildet. Sie hatten ein kleines Orchester und
sorgten auch für Kirchenmusik und Gesang. Der Hauptbeitrag
dieser Stiftung war die bedeutende Bereicherung des damaligen Brünner
Musik- und musikpädagogischen Lebens.Im Jahre 1848 schloß in
schöpferischer Weise Pavel Køížkovský an das Werk des Abtes
Napp an. Er wurde
nach Ablegung seiner Ordensgelübte Leiter des Altbrünner
Chores und Leiter der Schule der Stiftung von 1848 – 1872. Im
Jahre 1848 komponierte er das bekannte Chorwerk Utonulá (Die
Ertrunkene), im Jahre 1855 das Chorwerk Dar za lásku (Geschenk
für die Liebe) und im Jahr 1863 die Kantate Sv. Cyril
a Metodìj (Hl.
Cyrill und
Method). Unter seiner Leitung wurden im Refektorium der
Abtei Kammermusik, symphonische Werke und auch Schauspiele
aufgeführt.
Im
Jahre 1865 wurde der junge Leoš Janáèek, der aus seinem
Geburtsort Hukvald nach Brünn kam, Stipendiat der Stiftung.
1872, nachdem Pavel Køížkovský nach Olmütz gegangen
war, übernahm Janáèek
die Leitung des Altbrünner Chores. Er war ebenfalls Lehrer am
nahegelegenen Institut auf der Poøíèí Straße
(der heutigen Pädagogischen Fakultät der Masarykuniversität
in Brünn). Ab 1881 war er Leiter der neugegründeten Brünner
Orgelschule.
ñ
Bedeutende
Persönlichkeiten aus den Reihen
der Brünner Augustiner
Cyril
František NAPP (1782-1867)
In
der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts trug der Augustiner Abt
Cyrill František Napp in beträchtlichem Maße zum
Studium der Geschichte und der Entwicklung des Brünner böhmisch
nationalen und kulturellen Lebens bei. Er stand ganze 44 Jahre
lang an der Spitze der Gemeinschaft der Augustiner. Es gelang
ihm, begabte junge Leute aufzunehmen, womit er eine Tradition gründete,
die es einzelnen, schon in diese Richtung orientierten Personen
ermöglichte, dank der Brünner Augustiner Zugang zur Bildung zu
erhalten. Viele von ihnen wurden zu bedeutenden Persönlichkeiten.
Antonín
THALLER (1796-1843)
Antonín Thaller wurde nach
Ablegung seiner Ordensgelübde Professor für Mathematik und
wirkte bahnbrechend in der Brünner Botanik. Auf seine
Initiative hin ließ Abt Napp im Garten der Abtei Versuchsbeete
anlegen (1828), die später die Grundlage für die Tätigkeit
Gregor Johann Mendels wurden.

František
Matouš KLÁCEL (1808-1882)
(Klácelova Straße im Masaryk Viertel)
František
Matouš Klácel war zu seiner Zeit ein bedeutender Vertreter des
literarischen Lebens in Mähren. Seine Ausbildung genoß er am
Institut für Philosophie in Litomysl und vertiefte sie in der
Augustinerabtei. Im Jahre 1835 wurde er Professor am Brünner
Institut für Philosophie und begann zu dichten. Auf fachlichem
Gebiet äußerte er sich mit der Schrift Poèátky
vìdeckého mluvnictví èeského
(Beginn der tschechischen, wissenschaftlichen Grammatik).
František
Tomáš BRATRÁNEK (1815-1884)
František Tomáš Bratránek, Klácels
Freund, wurde sein Nachfolger in der Funktion des
Philosophieprofessors am Brünner Bischöflichen Gymnasium.
Seine Fächer waren die Philosophie, die schönen Künste und
deutsche Literaturgeschichte. 1851 ging er nach Polen, wo er
Professor für deutsche Literatur und später Rektor an der
Jagellonen Univerität in Krakau wurde.
Tomáš
Eduard ŠILINGER (1866-1913 )
(Šilingrovo nam./ Šilingerplatz in Brünn Mitte)
Tomáš
Eduard Šilinger war ein führender und bedeutender mährischer
Journalist, Politiker und böhmischer Patriot. Vom Jahr 1896 an
führte er die tschechische Tageszeitung Hlas (Stimme).
Er wurde 1906 Landtags- später Reichstagsabgeordneter in Wien.
Er war Mitgründer der Brünner tschechischen, vaterländischen
Basis.
Gregor Johann MENDEL (1822-1884)
(Mendlovo nam. / Mendelsplatz in Brünn Mitte)
Gregor
Johann Mendel trat im Jahr 1843 in die Augustinerabtei ein. Während
seines Theologiestudiums studierte er auch Landwirtschaft und
Weinbau in Brünn, später
Naturwissenschaften in Wien. Kurze Zeit wirkte er als Professor
am Gymnasium von Znaim. Im Jahr 1854 wurde er Professor für
Physik und Naturwissenschaften an der Realschule in Brünn (im
unteren Bereich der Jánská Straße).
Er
war aktives Mitglied einer Reihe von naturwissenschaftlichen
Gesellschaften,darunter:
- Naturforschender
Verein in Brünn
- Mährisch-Slesische
Gesellschaft zur Förderung der Landwirtschaft
- Bienenzüchterverein
Im
Garten der Altbrünner Abtei führte er Experimente mit Kreuzen
von Pflanzen durch. Beim Züchten von Erbsen leitete er seine
Theorie der Vererbung ab und bewies ihre Bedeutung für die
Veredelung von Arten. Im Jahre 1871 ließ er am Hang hinter der
Abtei ein Versuchsbienenhaus errichten, das nach nach einigen
Ausbesserungsarbeiten heute noch steht. Er richtete auch eine
Station für meteorologische Beobachtungen auf dem Gelände der
Abtei ein. Erst 1910 erhielt sein Werk weltweite Anerkennung.
Ein internationales Komitee von 150 Naturwissenschaftern ließ
Mendel ein Denkmal (von Theodor Charlemont) errichten, das heute
im Garten der Abtei zu sehen ist.
Weitere Informationen finden Sie unter:
www.mendel-museum.org
Pavel
KØÍŽKOVSKÝ (1820
- 1885)
(Køížkovského ulice / Køížkovský Straße in Alt Brünn)
Pavel
Køížkovský war Ende des 19. Jahrhunderts eine Stütze des Brünner
Musiklebens sowie des kulturellen Lebens ganz allgemein. Er
wurde als Sohn eines Bauern in Holasovice bei Opava geboren. Er
kam 1843 nach Brünn, um Philosophie zu studieren. Kurz danach
trat er in den Augustinerorden ein und wurde nach Ablegung
seiner Gelübde Chorleiter im Altbrünner Dom. Diese Funktion
hatte er in den Jahren 1848 bis 1872 inne. Anläßlich der großartigen
Feierlichkeiten zu Ehren der Heiligen Cyrill und Method im Jahre
1863 komponierte er die Kantate Sv. Cyril a Metodìj (Hl.
Cyrill und Method), deren Aufführung er mit einem monumentalen
Aufgebot an Sängern und Publikum, selbst leitete.
Køížkovský
stand viele Jahre lang der Altbrünner Thurn Stiftung vor, die
schon im Jahre 1653 beim Augustinerkloster gegründet wurde.
Hier unterrichtete er Musik, Musiktheorie und das Orgelspiel. Er
war ein bedeutender Musikpädagoge, -theoretiker und Komponist
und nicht zuletzt Bahnbrecher im Chorgesang und Chorleiter. In
seinen letzten Lebensjahren ging er nach Olmütz und wirkte dort
als Kapellmeister, Chorleiter und Komponist in der St. Moritz
Kirche. In dieser Zeit widmete er sich dem Studium und der
Reform des kirchlichen Gesanges. Seine Stafette im Altbrünner
Chor übernahm Leoš Janáèek.
Leoš
JANÁÈEK (1854-1928)
(Janáèkovo nam. / Janáèek Platz in Brünn Mitte, Janáèek
Akademie, Janáèek Theater)
Auch
wenn er nicht den Brünner Augustinern angehörte, war doch sein
Leben sehr eng mit der Altbrünner Abtei und der Augustiner
Thurn Stiftung verbunden.
Als
Stipendiat kam er im Jahre 1865 in die Altbrünner Abtei und
dank der Augustiner Thurn Stiftung erhielt er eine musikalische
Ausbildung, besuchte das Gymnasium und hatte Zutritt zum Brünner
Kulturleben. 1872, nachdem Pavel Køížkovský nach Olmütz
gegangen war, wurde Janáèek, sieben Jahre nach seiner Aufnahme
in die Stiftung, Leiter des Altbrünner Chores.
Im
Jahre 1925 erhielt Leoš Janáèek, der begabte Junge, der aus
der Augustiner Thurn Stiftung hervorgegangen war, das
Ehrendoktorat der Masaryk Universität.
Sein
Werk ist ein Kleinod der Opernbühnen und Konzertpodien der Welt,
das von berühmten Sänger wie Instrumentalisten geschätzt und
gerühmt wird.
Die
Brünner Augustiner begleiteten
Leoš Janáèek
auf seinem letzten Weg aus der Grabeskapelle der Altbrünner
Basilika.
ñ
Die
Zeit des
Nationalsozialismus und die kommunistische Ära
Eine
neue Epoche der Geschichte der Augustinerabtei in
Alt Brünn begann mit den Jahren der nationalsozialistischen
Besetzung.
An
dieser Stelle muss der Opfer der Ordensmitglieder gedacht werden,
die aufgrund von Anzeigen wegen antideutschen Denkens und
Handelns, In-Sicherheit-Bringen klösterlicher Wertgegenstände
vor den deutschen Ämtern und wegen
Anhörens alliierter Radiosender vor ein nazistisches Gericht
gestellt wurden. Es sind dies: P. Alfons ZADRAŽIL, Prälat
P. BAØINA, Pfarrer P. DVOØÁK, P. Norbert DOLEŽAL, P. Alois PØIBYL,
P. Florián Fulgenc JANÈÍK.
P. Alfons Zadražil
bezahlte, ebenso wie der damalige Pförtner der Abtei, Martin
Lukáš, für diese Taten mit seinem Leben. Sie wurden im
Februar des Jahres 1945 im Kaunitzheim hingerichtet.
Nach dem
Zweiten Weltkrieg bedeuteten nur die ersten Nachkriegsjahre
einen Anflug freien Lebens für die Mitglieder des
Augustinerordens in Alt Brünn. Schon im Jahre 1950 wurde die Tätigkeit
des Ordens eingestellt, die Mönche wurden großteils
eingesperrt, in Arbeitslager geschickt oder in minderwertige
zivile Berufe zerstreut. Die Objekte der Abtei wurden enteignet,
später wurde ein Teil vom Institut für Archäologie verwendet.
Die geistliche Tätigkeit wurde auf die Seelsorge der Pfarre bei
der Basilika eingeschränkt.
Erst
nach dem Fall des Kommunismus und der Einführung der
Demokratie konnten die Augustiner im Jahre 1989 in ihre Abtei
zurückkehren, wo sie die schwere Arbeit der Generalsanierung
erwartete, die ihnen mit Gottes Hilfe nach und nach gelingt.
ñ
Gottesdienstzeiten
in der
Basilika
| Montag
bis Samstag |
um
18:30 Uhr (Sommerzeit) |
| um
17:00 Uhr
(Winterzeit) |
| Sonntag |
um
7:30 - 9:00 - 11:00 Uhr (Sommerzeit) |
| um
7:30 - 9:00 - 11:00 Uhr
(Winterzeit) |
Öffnungszeiten
der Basilika
|
Montag
bis Samstag
|
von
17:00 Uhr bis 19:00 Uhr (Sommerzeit)
|
|
von
16:00 Uhr bis 18:00 Uhr (Winterzeit)
|
|
Sonntag
|
von
7:00 Uhr bis 12:00 Uhr
|
|
nachmittags
wie an Wochentagen
|
Nach
vorheriger Vereinbarung kann die Basilika auch ausserhalb der
angegebenen Zeiten besichtigt werde.
Dokumetarfilm für
die Augustiner-Abtei St. Thomas in Alt Brünn.
ñ
Abteiführungen
Von Mai bis Allerheiligen:
Die, Wed, Sat 13 Uhr (ab 4
Personen)
Für Gruppen ganzjährig nach Voranmeldung.
Führungen in deutscher Sprache auf Bestellung.
Eintrittspreis: 70 CZK
Information und Reservierung: asistentka@opatbrno.cz
Telefon: 00420 / 543 42 40 29
Weitere Informationen finden Sie auf. www.kloesterreich.at
ñ
Gregor
Mendel Ausstellung
Die Gregor Mendel Ausstellung über Leben und Werk des „Vaters der Genetik“ verbindet historische Exponate mit moderner Kunst und informiert über die vielseitigen Interessen dieses großen Augustiners. Neben einer Komputeranimation seiner Experimente ist auch ein Modell der DNS in Originalgröße zu sehen, die von Crick und Watson im Jahr 1953 entdeckt wurde.
Öffnungszeiten:
Mai bis Allerheiligen täglich 10 – 16 Uhr
November bis April: Mi – So 10 – 16 Uhr
Für Gruppen ganzjährig nach Voranmeldung.
Führungen in deutscher Sprache auf Bestellung.
ñ
|